FAQ rund um das Thema Riesterrente

48-Fragen und 48-Antworten rund um das Thema Riesterrente

  • 1. Warum Förderrente / „Riesterrente“?
    • Das Rentenniveau der gesetzlichen Rentenversicherung wird von heute maximal 70 % des letzten Nettoeinkommens auf voraussichtlich 67 % im Jahr 2030 sukzessive abgesenkt. Um diese Lücke aufzufüllen und um die Eigenvorsorge der zukünftigen Sozialrentner zu fördern, gibt der Staat einen Zuschuss.
  • 2. Muss ich an der zusätzlichen Altersvorsorge teilnehmen?
    • Nein, die Teilnahme an der zusätzlichen staatlich geförderten Altersvorsorge ist freiwillig. Ob Sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, entscheiden Sie selbst.
  • 3. Lohnt sich das für mich?
    • Grundsätzlich lässt sich folgendes sagen: Die Verwaltung einer Förderversicherung ist sehr arbeitsaufwändig. Dies schlägt sich in höheren Verwaltungskosten und damit in niedrigeren Ablaufleistungen nieder. Wer jedoch aufgrund seiner persönlichen Situation (durchschnittliches Einkommen, Teilzeitbeschäftigung und/oder Kinder) in den Genuss hoher Förderleistung bei niedriger Eigenleistung kommt, für den kann sich ein Abschluss rentieren.
  • 4. Ist mit der Förderversicherung der Ruhestand finanziell gesichert?
    • Wichtigste Säulen der Altersicherung werden nach wie vor die gesetzliche Rente und die Betriebsrente sein. Die Förderrente soll nur das zukünftig absinkende Rentenniveau ausgleichen (sprich: Sie haben in Zukunft soviel Rente wie heute) und ist daher eher nicht geeignet, z. B. bis zum Ruhestand aufgeschobene Konsumwünsche zu ermöglichen. In diesem Fall bleibt eine weitergehende Eigenvorsorge unerlässlich.
  • 5. Wie erfahre ich, welche Leistungen ich im Ruhestand zu erwarten habe?
    • Hierüber geben zum einen die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung zunächst auf Antrag Auskunft. Ab 2004 erhält sie jeder automatisch, der älter als 27 Jahre ist. Dann sollten Sie noch bei Ihrem Arbeitgeber die zu erwartende Betriebsrente erfragen. So können Sie sich ein ungefähres Bild über Ihre Altersabsicherung machen.
  • 6. Wer kann eine Zulageförderung beantragen?
    • Gemäß § 10a Abs. 1 EStG sind alle in der gesetzlichen Rentenversicherung Pflichtversicherten zulageberechtigt.
  • 7. Gibt es hiervon Ausnahmen?
    • Falls einer der Ehegatten förderberechtigt ist, kann auch der andere einen eigenen Fördervertrag abschließen, unabhängig von seiner beruflichen Tätigkeit. Bei der bbp können aber nur Arbeitnehmer unserer Mitglieder versichert werden.
  • 8. Gilt diese Ausnahme auch für eine eingetragene Lebenspartnerschaft?
    • Ja
  • 9 .Gilt diese Ausnahme auch für eine eingetragene Lebenspartnerschaft?
    • Sobald Sie rentenversicherungspflichtig sind, haben Sie Anspruch auf die Förderung. Eine Herabsetzung z.B. nach dem Teilzeitgrad gibt es nicht. Selbst wenn Sie daneben überwiegend versicherungsfrei selbständig tätig sind, haben Sie Anspruch auf die volle Förderung.
  • 10. Ist die Staatsangehörigkeit von Bedeutung?
    • Nein, Sie selbst müssen aber in der Bundesrepublik Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig sein und Sie oder Ihr Ehepartner die übrigen Fördervoraussetzungen erfüllen.
  • 11. Was wird gefördert?
    • Im Falle der betrieblichen Altersversorgung sind gemäß § 82 Abs. 2 EStG die aus dem individuell versteuerten und verbeitragten Arbeitslohn des Arbeitnehmers geleisteten Zahlungen gefördert. Z. B. in eine Direktversicherung, wie sie auch von der bbp angeboten wird. Weitere Voraussetzungen zum Erhalt der Förderung ist im Leistungsfall eine lebenslange gleichbleibende oder steigende Leibrente. Eine Kapitalisierung von maximal 30 % des Altersvorsorgevermögens ist möglich.
  • 12. Was bedeutet »Zertifizierung«?
    • Mit der Zertifizierung bestätigt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, dass der angebotene Vertrag die gesetzlichen Voraussetzungen zum Erhalt der Förderung erfüllt. Eine weitergehende Aussage z.B. über die Rentabilität ist damit nicht verbunden.
  • 13. Warum ist die geförderte Direktversicherung der bbp nicht zertifiziert?
    • Die Rechte und Pflichten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind auch bei geförderten Formen der betrieblichen Altersversorgung im Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG) ausreichend geregelt. Daher war – im Gegensatz zu privat abgeschlossenen Förderversicherungen – kein weiterer Regulierungsbedarf vorhanden.
  • 14. Muss die Förderung beantragt werden?
    • Die Förderung ist jeweils nach Ablauf eines Kalenderjahres beim Anbieter des Altersvorsorgevertrages also der bbp mit Vordruck zu beantragen. Diesen erhalten Sie von der bbp.
  • 15. Wer entscheidet über die Gewährung von Zulagen?
    • Sobald Ihr Antrag bei der bbp eingegangen ist, werden alle erforderlichen Daten erfasst und an die Zentrale Stelle für Altersvorsorge (ZfA) weitergeleitet. Diese stellt die Zulagenberechtigung fest und veranlasst die Überweisung an die bbp.
  • 16. Wie ist der weitere Weg?
    • Die bbp erteilt Ihnen eine Bescheinigung über die erhaltenen Zulagen und schreibt diese Ihrem Vertrag gut.
  • 17. Ich bin mit der Zulagenhöhe nicht einverstanden, was nun?
    • Innerhalb eines Jahres nach Erteilung der Bescheinigung können Sie bei der bbp schriftlich einen besonderen Antrag auf Festsetzung der Zulage stellen. Dieser wird an die ZfA weitergeleitet. Von dort erhalten Sie dann einen rechtsmittelfähigen Bescheid.
  • 18. Wie hoch sind die Zulagen?
    • Die Zulagen sind ansteigend wie folgt gestaffelt:Die genannten Höchstzulagen werden jedoch nur dann gezahlt, wenn der erforderliche Mindesteigenbeitrag geleistet wurde.
      Jahr Grundzulage Kinderzulage je Kind
      2002 + 2003 38 € 46 €
      2004 + 2005 76 € 92 €
      2006 + 2007 114 € 138 €
      2008 – 2017 154 € 185 €
      2008 – 2017 154 € 300 €
      ab 2018 175 € 300 €
  • 19. Wie hoch ist der Mindesteigenbeitrag?
    • Der Mindesteigenbeitrag hat keinen festen Wert wie die Zulagen, sondern macht einen bestimmten Prozentsatz Ihres beitragspflichtigen Vorjahreseinkommens aus. Auch er ist bis zum Jahr 2008 gestaffelt:
      Jahr Prozentsatz
      2002 + 2003 1 v. H.
      2004 + 2005 2 v. H.
      2006 +2007 3 v. H,
      ab 2008 4 v. H.
  • 20. Wie erfahre ich mein beitragspflichtiges Vorjahreseinkommen?
    • Wenn Sie durchgehend bei einem Arbeitgeber sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, so erhalten Sie so erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber einmal im Jahr eine Jahresmeldung zur Sozialversicherung. Darin ist die Höhe des entsprechenden Entgelts ausgewiesen.
  • 21. Kann ich mehr als den Mindesteigenbeitrag einzahlen?
    • Sie können auch mehr als den Mindesteigenbeitrag einzahlen, jedoch ist die steuerliche Förderung auf die Höchstbeträge für den Sonderausgabenabzug begrenzt. Spätere Leistungen aus diesen »Überzahlungen« sind dann nochmals zu versteuern.
  • 22. Welches Entgelt ist bei Altersteilzeit maßgebend?
    • Während der Altersteilzeit sind die beitragspflichtigen Einnahmen höher als das tatsächlich erzielte Entgelt, weil der Arbeitgeber Beiträge auf Grundlage eines fiktiven, höheren Gehalts als das tatsächliche zahlt. In diesen Fällen ist das tatsächliche – also niedrigere – Gehalt Bemessungsgrundlage für den Mindesteigenbeitrag.
  • 23. Wie hoch ist meine Belastung?
    • Den Betrag, den Sie noch selbst aufwenden sollten, können Sie selbst ermitteln, indem Sie von dem errechneten Mindesteigenbeitrag die zustehenden Zulage abziehen. Die verbleibende Differenz ist aus Ihrem Nettoarbeitsentgelt aufzubringen. Falls Sie das nicht in vollem Unfang tun, wird die Zulage gekürzt.
  • 24. Was bedeutet Sockelbetrag?
    • Sockelbetrag ist der Betrag, den Sie auf jeden Fall aufwenden müssen, um die volle Zulage zu erhalten, auch wenn die Differenz aus der Berechnung des Mindesteigenbeitrags (vgl. 12) niedriger ist. Der Sockelbetrag beträgt 60 EUR jährlich.
  • 25. Gibt es steuerliche Vorteile?
    • Ihre eigenen Zahlungen sind zunächst aus versteuertem Einkommen zu leisten. Bei der nächsten Lohnsteuer- bzw. Einkommensteuererklärung können Sie den Mindesteigenbeitrag (eigene Zahlungen zuzüglich staatlicher Zulage) als Sonderausgaben geltend machen. Durch das Finanzamt wird geprüft, ob der Sonderausgabenabzug günstiger ist als die gewährte Zulage. In diesem Fall erhalten Sie die Differenz als Steuererstattung zurück.
  • 26. In welchem Umfang gibt es Steuervorteile?
    • Die Höchstbeträge für den steuerlichen Sonderausgabenabzug (§10a Abs. 1 EStG) betragen jeweils einschließlich der Zulage:
      Jahr bis zu …
      Für 2002/2003 525 €
      Für 2004/2005 1.050 €
      Für 2006/2007 1.575 €
      ab 2008 2.100 €
  • 27. Steuer im Leistungsfall?
    • Die monatlichen Zahlungen sind vollständig steuerpflichtig.
  • 28. Förderschädliche Verwendung?
    • Die Förderversicherung ist in der Anwartschaftsphase, wie auch in der Leistungsphase reglementiert. So ist die gesamte Förderung zurückzuzahlen, wenn Sie z. B. vor Vollendung des 62. Jahres Kapital auszahlen oder sich die Rente abfinden lassen möchten. Auch die Wohnsitzverlegung ins Ausland (Alterssitz) und damit das Ende der uneingeschränkten Steuerpflicht führt nach der heutigen Rechtslage dazu. Strittig ist dies noch bei Verlegung des Wohnsitzes ins EU-Ausland.
  • 29. Besteht eine Entnahmemöglichkeit?
    • Bei Formen der betrieblichen Altersversorgung ist die Entnahme von Beträgen zum Bau oder Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum nicht vorgesehen.
  • 30. Muss ich die Förderung in die betriebliche Altersversorgung fließen lassen?
    • Für den Erhalt der Förderung ist es unerheblich, ob Sie einen Vertrag mit einem privaten Anbieter schließen, oder sich an der betrieblichen Altersversorgung beteiligen. Sie können die Förderung auch auf maximal zwei Verträge verteilen. Im Rahmen der Höchstbeiträge beim Sonderausgabenabzug gilt diese Begrenzung nicht.
  • 31. Bin ich an den einmal geschlossenen Vertrag gebunden?
    • Es ist gesetzlich geregelt, dass ein Wechsel des Anbieters mit einer Frist von drei Monaten zum Quartalsende jederzeit möglich ist.
  • 32. Kann ich mich auf die langfristige Förderung durch den Staat verlassen?
    • Der Gesetzgeber hat grundsätzlich die Möglichkeit, die Regelungen zu modifizieren oder auszusetzen. Die Auswirkungen der Förderung dieser neuen Form der Altersvorsorge wird beobachtet und geprüft werden. Sie sollten also die aktuellen Entwicklungen der Altervorsorge in Deutschland verfolgen.
  • 33. Ich habe bereits eine Direktversicherung, erhalte ich auch hierfür Zulagen?
    • Zum Erhalt der Förderung ist es notwendig, individuell versteuerte und verbeitragte Zahlungen zu leisten. Dies ist bei der pauschal versteuerten Direktversicherung nicht gegeben. Da die Prämien in der Regel aus Sonderzahlungen aufgebracht werden, sind sie auch nicht beitragspflichtig zur Sozialversicherung. Eine Förderung kann also nicht erfolgen.
  • 34. Ist es möglich, meine bestehende »klassische« Direktversicherung umzustellen?
    • Dies müssen Sie mit Ihrem Versicherer klären. Sie sollten jedoch abwägen, ob die voraussichtlichen Zulagen den Verlust des Steuervorteils und insbesondere der auch über das Jahr 2008 hinaus gewährten Beitragsfreiheit ausgleichen.
  • 35. Ist es möglich, neben meiner »klassischen« Direktversicherung noch eine geförderte Direktversicherung bei der bbp abzuschließen?
    • Der Abschluss einer weiteren, geförderten Direktversicherung ist möglich. Jedoch obliegt es Ihrem Arbeitgeber, den Versicherer zu wählen.
  • 36. Was ist zu beachten, wenn Tarifverträge bestehen?
    • Die Umwandlung tariflicher Entgeltbestandteile muss durch Tarifvertrag zugelassen sein, dies ist noch nicht bei allen Arbeitnehmern der Fall. Ob für Sie ein Tarifvertrag mit Öffnungsklausel besteht, weiß Ihre Personalstelle, der Betriebsrat oder die Gewerkschaft.
  • 37. Was passiert, wenn ich den Arbeitgeber wechsle?
    • Durch die gesetzlich geregelte, sofortige Unverfallbarkeit von Beiträgen aus Entgeltumwandlung erhalten Sie später hieraus auch Leistungen. Bei der Direktversicherung können Sie den Vertrag mit eigenen Beiträgen fortsetzen oder beitragsfrei stellen lassen. Sofern Sie zu einem unserer Mitglieder wechseln, können Sie die Versicherung dort fortführen.
  • 38. Was ist bei einer Unterbrechung der Erwerbstätigkeit?
    • Bei Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit (z.B. Elternzeit) ist können Sie die Beiträge auf Ihren Fördervertrag auch selbst einzahlen.
  • 39. Was ist, wenn ich mich beruflich verändere und mich selbständig mache?
    • Für das Jahr, in dem Sie den Anspruch auf Förderung verlieren, erhalten Sie die Zulagen noch voll, danach können Sie nur noch einen abgeleiteten Anspruch haben. Ist das nicht der Fall können Sie den Vertrag förderunschädlich bis zur Auszahlung im Alter ruhen lassen.
  • 40. Ist auch die Abfindung möglich?
    • Eine Kapitalisierung von maximal 30 % des Altersvorsorgevermögens ist bei Ablauf der Versicherung möglich.
  • 41. Kann die bbp den Direktversicherungsvertrag kündigen?
    • Nein, den Anbietern von Altersvorsorgeverträgen steht kein eigenes Kündigungsrecht zu.
  • 42. Ist außer der Altersvorsorge auch die Absicherung von Erwerbsminderung möglich?
    • Bis zu 15% der Beitragsleistungen können zur Absicherung dieses Risikos verwendet werden. Eine alleinige Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist nicht förderfähig.
  • 43. Was geschieht, wenn ich während der Ansparphase sterbe?
    • Das im Vertrag enthaltene Vermögen kann auf einen Fördervertrag Ihres Ehegatten übertragen bzw. das Kapital verrentet werden, sofern dies vertraglich vereinbart ist. Die Versicherungsbedingungen der bbp sehen dies aber nicht vor. Sofern Sie eine Hinterbliebenenrente vereinbart haben, wird diese ausgezahlt.
  • 44. Was geschieht, wenn ich während der Leistungsphase sterbe?
    • Falls der Altersvorsorgevertrag es zulässt, ist der in einem privaten (also nicht bei der bbp) Altersvorsorgevertrag enthaltene Restbetrag vererbbar. Sofern Sie eine Hinterbliebenenrente vereinbart haben, wird diese ausgezahlt.
  • 45. Was ist, wenn ich mich von meinem Ehepartner trenne?
    • Im Jahr der Trennung ändert sich nichts, erhaltene Zulagen sind nicht zurückzuzahlen. Die Kinderzulage erhält derjenige, in dessen Haushalt die Kinder überwiegend leben. Ist ein Ehegatte nur abgeleitet förderberechtigt, geht der Förderanspruch bereits zum Trennungszeitpunkt verloren, ebenso der Anspruch auf Kinderzulage, wenn die Kinder überwiegend in dessen Haushalt leben.
  • 46. Was geschieht mit dem Altervorsorgevermögen im Falle einer Scheidung?
    • Im Rahmen des Versorgungsausgleichs werden erworbene Anwartschaften berücksichtigt.
  • 47. Was geschieht, wenn ich in Altersteilzeit gehe?
    • Wenn Sie noch in der Ansparphase sind, können Sie weiterhin Ihren Vertrag mit Zulagen besparen. Durch das verminderte Bruttoarbeitsentgelt vermindert sich in der Regel auch Ihr Mindesteigenbeitrag. Der vom Arbeitgeber gezahlte Aufstockungsbetrag ist unerheblich.
  • 48. Ist das Altersvorsorgevermögen pfändbar?
    • Das geförderte Altersvorsorgevermögen einschließlich Zulagen und Erträgen ist bis zu den Höchstgrenzen für den Sonderausgabenabzug nicht pfändbar und auch nicht übertragbar. Im Leistungsfall werden jedoch die zur Auszahlung gelangenden Beträge bei der Ermittlung des pfändbaren Betrages berücksichtigt.